In Anlehnung an den berühmten „Walk of fame“ in Hollywood, setzten die Kaarster Soroptimistinnen in den Rathaus Arkaden mit einem „Walk of pain“ ein eindrucksvolles Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Rund 100 orange Schuhpaare auf Sternen erinnerten an die Frauen, die bisher im Jahr 2024 von ihrem (Ex-)Partner getötet wurden. Die Statements betroffener Frauen, die Gewalt in ihrer Beziehung erlebten und zum Teil nicht überlebten, machten viele Bürgerinnen und Bürger betroffen. Eine begleitende Kampagne in den sozialen Medien thematisiert die zunehmende Cybergewalt und fordert mehr Schutz für Frauen und Mädchen im digitalen Raum.
„Da jede 4. Frau in Deutschland Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt und das immer häufiger auch in Netz, sind die Orange Days von UN Women eine wichtige Kampagne zur Prävention und Aufklärung,“ beschreibt Birgit Ewertz, Präsidentin des SI-Clubs Kaarst, das Engagement der Kaarster Soroptimistinnen. „Wir haben viele gute Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern geführt, die stehenblieben, um sich unsere Aktion anzusehen.“ Seit 8 Jahren ist das Frauennetzwerk „Soroptimist International Deutschland (SID)“ mit verschiedenen Aktionen zum Start der Orange Days in der Innenstadt von Kaarst präsent.
Kampagne „Read the Signs – Cybergewalt erkennen und bekämpfen“
Frauen und Mädchen sind besonders stark von medialer Gewalt betroffen - mit schwerwiegenden sozialen, wirtschaftlichen, psychologischen und physischen Auswirkungen. Soroptimist International wird sich europaweit daher verstärkt mit Cybergewalt gegen Frauen und Mädchen durch Lobbyarbeit, Vermittlung digitaler Kompetenz und Unterstützungsdienste beschäftigen.
„Cybergewalt reicht von Online-Belästigung, Cybermobbing und -stalking, Identitätsdiebstahl, Doxxing, also dem Veröffentlichen privater Informationen ohne Zustimmung, bis zu Deepfakes,“ sagt Club-Präsidentin Birgit Ewertz. „Die Diskussion über Cybergewalt ist wichtig, um das Bewusstsein zu schärfen, sich für eine Änderung der Politik einzusetzen und ein sichereres Online-Umfeld für Frauen und Mädchen zu schaffen.“ Genau hier setzt die Kampagne der Soroptimistinnen an. Flyer mit Infos, wie man sich im Internet schützen kann, werden verteilt. Ein QR-Code ermöglicht die Unterstützung der Petition #GewaltHilfeGesetzJetzt vom Deutschen Frauenrat und UN Women Deutschland e.V.. Auf Instagram und Facebook werden Filme zu verschiedenen Aspekten von Cybergewalt gezeigt. Flankiert wird die Kampagne der Kaarster Soroptimistinnen durch eine Gemeinschaftsanzeige mit dem Neusser SI Club im Trauerteil der NGZ, die der bereits im Jahr 2024 von ihrem (Ex-)Partner getöteten Frauen gedenkt. Die Bäckerei Puppe unterstützt die Orange Days wieder mit Brötchentüten „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“ im Aktionszeitraum.
Unterstützung für Opfer von Gewalt
Ziel der Aktionen ist es, die Diskussion über geschlechtsspezifische Gewalt nicht nur zu enttabuisieren und die Öffentlichkeit für die dramatische Situation vieler Frauen und Mädchen zu sensibilisieren, sondern auch ein hoffnungsvolles Zeichen für Gleichberechtigung, Solidarität und Stärke zu setzen. Die Erlöse aus dem Verkauf des beliebten Quittengelees und von 60 selbstgebackenen Weihnachtsstollen gehen an den Düsseldorfer KnacKPunkt, Kontakt- und Notschlafangebot für Mädchen und junge Frauen sowie Zornröschen e.V., Kontakt-und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Beide Institutionen unterstützt der SI Club Kaarst seit vielen Jahren.